Gesundheitszugang ist ein Bürgerecht – für eine standortnahe, patientenfreundliche und faire Gesundheitsversorgung

Gesundheitszugang ist ein Bürgerecht – für eine standortnahe, patientenfreundliche und faire Gesundheitsversorgung

Der demographische Wandel verändert nicht nur die Altersstruktur, sondern insbesondere die Wohnstruktur unserer Gesellschaft. Während sich die jüngeren Menschen mit Beruf und Studium in den städtischen Regionen aufhalten, bleiben oder ziehen ältere Menschen aufs Land. Der demographische Wandel bringt jedoch ebenso mit sich, dass durch medizinischen Fortschritt Menschen länger leben – Krankheiten (insbesondere chronische) jedoch im Alter zunehmen. Zudem ist in den letzten Jahren generell das Bedürfnis einen Arzt zu konsultieren, gestiegen.

Neben dieser Entwicklung verändert sich jedoch auch die Ärzteschaft selbst: Viele junge Absolventinnen und Absolventen möchten in Teams arbeiten und suchen in Medizinischen Gesundheitszentren, Gemeinschaftspraxen oder Praxisgemeinschaften (abgesehen vom Krankenhaus) eine Anstellung mit festem Gehalt, statt der klassischen Niederlassung als Freiberufler.

Die oberfränkischen Liberalen fordern daher:

  1. Eine gute Versorgung des Bezirks Oberfranken mit haus- wie fachärztlicher sowie psychotherapeutischer Behandlung. Neben einer Trennung der Kassensitzvergabe von Stadt und Landkreis gilt es eine individuelle Versorgung für jede Gemeinde des Landkreises zu entwickeln. Die derzeitige Vergabe von Kassenarztsitzen ist ungeeignet, um einen (drohenden) Ärztemangel zu verwalten. Stattdessen fordert die FDP Oberfranken mehr auf marktwirtschaftliche Kräfte zu vertrauen und die derzeitige Bedarfsplanung außer Kraft zu setzen. Insbesondere, wenn sich die Honorierung einer (Kassenarzt-)Praxis wieder rechnet, werden sich auch wieder mehr Ärzte in die ländlichen Regionen begeben.
  2. Eine Verbesserung der Bezahlung für Mediziner und Psychotherapeuten. Höchstverschreibungsmöglichkeiten, Abrechnungsziffernlimitierung, Pauschalbezahlung und Regressforderungen belasten nicht nur im bürokratischen, sondern insbesondere im finanziellen Sinne die Arbeit guter Ärzte. Die Abschaffung dieser Reglementierungen und eine freiere Abrechnung gegenüber den Krankenkassen oder dem Patienten fördert nicht nur eine individuell auf den Patienten besser abgestimmte Behandlung, sondern auch mehr Spielraum für niederlassungswillige Ärzte.
  3. Eine Behandlung nach medizinischer Notwendigkeit, nicht nach Krankenkassenstatus. Jedoch sieht die FDP nicht das Problem in den Privatvergütungsregelungen, sondern in der kassenärztlichen Deckelungs- und Reglemtierungspolitik, wie häufig ein Arzt eine bestimmte Verordnung abrechnen darf.
  4. Die direkte Behandlungsmöglichkeit von Kassenpatienten bei spezialisierten Fachärzten. Die derzeitige Überweisungspraxis von Haus- zum Facharzt kann sinnvoll sein, ist aber in vielen Fällen (insbesondere bei chronischen oder schwierigen Krankheiten) nur zeit- und kostenintensiv. Zudem schränkt dies den Kassenpatienten in seiner freien Wahl des behandelten Arztes ein und bevorteilt Privatpatienten, welche dieses Recht schon genießen.
  5. Eine stärkere finanzielle Bezahlung für ambulante statt stationäre Behandlung. Krankenhäuser sind häufig überbelegt, unterbesetzt und müssen in problematischen „Gewinnstreben“-Denken agieren wie die ambulanten Kolleginnen und Kollegen. Dabei ist der Kostenaufwand für eine stationäre Behandlung immer höher als der ambulante und sollte daher auch für schwerwiegende und kompliziertere Fälle eingesetzt werden. Jede Förderung zur ambulanten Behandlung fördert nicht nur schnellere Behandlungsverfahren für den Bürger, sondern spart Kosten und Zeit.

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